loader
EN

JOURNAL

Im Interview mit Charlotte Baumann, Gründerin von „das kleine b“


  HerzundBlut
 

Die Möbelmanufaktur „das kleine B“ aus Hamburg bietet von Bücher- und Plattenregalen, die freischwebend zu sein scheinen bis hin zur Flurgarderobe eine besondere Auswahl an Möbeln und Wohnobjekten. Bereits seit 2010 werden die Möbelstücke vorwiegend aus Holz in der hauseigenen Werkstatt gefertigt. Seit dem 05. August bis zum 27. Oktober zeigt und verkauft „das  kleine b“ seine Möbel in einer der berühmten Pop-up Boxen im BIKINI BERLIN. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um Charlotte Baumann, die Gründerin der Möbelmanufaktur „das kleine b“ zu besuchen und ein paar Fragen zu stellen. 

Bereits seit 2010 produziert ihr mit eurer Möbelmanufaktur „das kleine b“ innovative Möbel. Wer steckt hinter „das kleine b“, wie seid ihr zu dem gekommen, was ihr heute macht und wie können wir uns euren Arbeitsalltag vorstellen? Außerdem interessiert uns wie ihr auf den Namen gekommen seid?

Ja, 2010 hat alles angefangen mit der Regalserie „b“. Damals hatte mein Ehemann Jens, der gelernter Tischler ist, eine Werkstatt in Hamburg Hammerbrook. Hier übernahm er klassische Möbeltischler-Aufträge von Architekten und Privatkunden. Nebenbei arbeitete er aber schon an Ideen für eigene Möbel, die man in Kleinserien herstellen kann. Die Regalserie „b“ war sozusagen der Startschuss für das Unternehmen „eigene Möbelmanufaktur“.

Zunächst brauchten wir einen Namen für unser Baby – das ist ja nicht so leicht, weil man im besten Fall lange damit leben muss. Wie kam es also zu „das kleine b“? Der Buchstabe „b“ lag uns irgendwie nahe, weil wir Baumann heißen. Und mittlerweile gab es in unserem Sortiment auch noch einen Kinderstuhl „bruno“ – benannt nach unserem Sohn. Ich glaube Jens hat als erster „das kleine b“ ausgesprochen. Und ich fand es super.

2014 haben Jens und ich dann das Unternehmen „das kleine b“ offiziell gegründet und sind in eine eigene Werkstatt in Hamburg Altona gezogen. Hier werden bis heute alle unsere Möbelstücke entworfen, gefertigt und in die ganze Welt verschickt. Und dann ging es immer so weiter: Unsere Mitarbeiter – die sehr wichtig für „das kleine b“ sind – kamen nach und nach dazu, der Showroom neben unserer Werkstatt wurde eröffnet, neue Möbelstücke wurden entworfen. Es war ein aufregender, sehr schöner Weg.

Welches Wohnobjekt bzw. Möbelstück war das erste in eurer Produktauswahl? Welches ist dein persönliches Lieblingsstück?

Das Bücherregal „b“ ging als erstes in Serie und wurde mit dem Interior Innovation Award 2014 ausgezeichnet und 2015 für den German Design Award nominiert. Ein Holzrahmen aus massiver Eiche und Edelstahlwinkel, die zwischen den Buchdeckeln verschwinden, erzeugen den Eindruck von schwebenden Büchern. An dieser ersten Regalserie kann man bereits unsere gesamte Philosophie ablesen: Klare, zeitlose Formen und durchdachte Detaillösungen bestimmen unser Design. Leisten aus massiver Eiche bilden das konstante, gestalterische Element. Das prägt den Stil aller unserer Möbel und sorgt dafür, dass alle Stücke miteinander kombinierbar sind. Besonders wichtig sind uns hochwertige Materialien und eine sehr gute Verarbeitung, denn wir möchten Möbel herstellen, die lebenslange Begleiter sind.

Mein liebstes Möbelstück ist das Leiterregal „brecht“ – unsere moderne Interpretation einer Schrankwand, die Platz für Bücher und alles Mögliche bietet. Das Leiterregal wurde 2017 mit dem German Design Award – Special Mention ausgezeichnet.

Derzeit können eure Möbelstücke in einer Pop-Up Box im BIKINI BERLIN bestaunt und erworben werden. Wo kann man eure Produkte sonst finden? Gibt es einen Unterschied, was die Menschen in Berlin oder in Hamburg bei euch kaufen? Wie seid ihr aufs BIKINI BERLIN aufmerksam geworden, sodass ihr hier eine Box angemietet habt?

Wir vertreiben unsere Möbel über unseren Online-Shop www.daskleineb.de. Außerdem gibt es sie in ausgewählten Geschäften und Onlineshops. Auf das BIKINI BERLIN sind wir durch den Tipp einer Freundin aus Berlin gekommen. Also haben wir es uns angeschaut und waren sofort begeistert. Endlich mal eine Concept Shopping Mall, die ohne die üblichen Klamottendiscounter auskommt und dafür eine tolle Auswahl an Geschäften bietet. Die Pop-Up Boxen haben es mir gleich angetan: Da waren auf einem Fleck kleine Geschäfte, die man normalerweise nur entdecken kann, wenn man kreuz und quer durch die ganze Stadt fährt.

Unterschiede zwischen Berlinern und Hamburgern kann ich eigentlich nicht feststellen – eher im Gegenteil: Man merkt sowohl hier also auch dort, dass Wohnraum in den Großstädten das große Thema ist. Es ist sehr schwer geworden, eine bezahlbare, größere Wohnung zu finden, wenn man Kinder bekommt oder zusammenziehen möchte. Deshalb sind die Leute an flexiblen Möbeln interessiert, die sich verschiedenen Lebenssituationen anpassen können, die mit den Wohnverhältnissen wachsen oder auch schrumpfen können und die in großen Räumen und kleinen Zimmern wirken.

Gibt es ein Möbelstück, welches ihr unbedingt in eure Serie aufnehmen wollt oder plant ihr bereits ein neues Produkt? Und zu guter letzt: Habt ihr besondere Visionen und Wünsche für die Zukunft bzw. an die Interiorwelt?

Da möchte ich nicht zu viel verraten – aber im Grunde arbeiten wir immer an neuen Möbeln. Was ich jedoch schon verraten kann: Wir möchten unser Stehpult „buckowski“ auch als klassischen Arbeitsplatz zum Sitzen anbieten. Da müssen wir noch ein bisschen an den Maßen tüfteln, aber das wird nicht mehr lange dauern. Und wir haben ein Gewürzregal entwickelt, dass auch bald in Serie gehen kann.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir – und möglichst viele andere Möbelproduzenten – unseren Beitrag in puncto Nachhaltigkeit leisten. Ich glaube, dass wir mit der Kombination aus hoher Qualität, zeitlosem Design und flexibler Nutzung auf dem richtigen Weg sind. Denn nichts ist ressourcenschonender als Dinge, die sehr lange genutzt werden.