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JOURNAL

Kunst oder Kommerz? „The Art of Banksy“ bei BIKINI BERLIN

Heutzutage über den Street-Art Künstler Banksy zu schreiben, ist kein leichtes Unterfangen. Gerade, weil mittlerweile vermutlich jeder irgendetwas über den Künstler gehört oder zu sagen hat. Und das, obwohl seine Identität bis heute unbekannt ist. Seine Kritik am Kapitalismus und an der Politik ist in seinen fast schon ikonischen Stencils bis heute nicht zu übersehen.


Gastblogger für Bikini Berlin
Michael - Blog Bohème
 

Und genau aus diesem Grund kreisen immer die gleichen Diskussionen um Banksy, ob seine Kunst ausgestellt oder ob Street-Art im Allgemeinen überhaupt im Museum oder in Galerien gezeigt werden darf. Denn schließlich ist Banksy auch ein Synonym für das Ablehnen von Kommerz. 

Aktuell zeigt BIKINI BERLIN mehr als 60 Werke, darunter Originalzeichnungen, Gemälde und Skulpturen des britischen Künstlers, die von ihm jedoch nicht autorisiert wurden. Kurator der Ausstellung ist Steve Lazarides, langjähriger Agent von Banksy und mittlerweile gefragter europäischer Kunsthändler. Und inzwischen, so zumindest Gerüchten zufolge, mit Banksy zerstritten.

Vor knapp 15 Jahren war ich das erste Mal in London. Ich lief von der King´s Cross Station zu meinem Hostel und entdeckte auf dem Weg dorthin eine kleine Buchhandlung, die im Schaufenster ein kleines schwarzes Büchlein mit dem Titel „Banging Your Head Against A Brick Wall“ in der Auslage hatte. Darunter stand in weißen Buchstaben „Banksy“. Ich hatte den Schriftzug schon mehrmals auf der Straße gesehen und kaufte das Buch für nicht mehr als 10 Pfund.

 
 

Nun, viele Jahre später, stehe ich vor Banksys berühmtem Kunstwerk „Sale Ends Today“. Wahnsinnig viel hat sich seitdem verändert. Nur einen Raum weiter gibt es unzählige Merchandise-Artikel von Banksy zu kaufen. Tassen, T-Shirts, Poster. Sicherlich ein Grund für Kritik und etwas zu viel für meinen Geschmack. Jedoch: Banksys Kunst ist erlebbare Kunstgeschichte. Und deswegen lohnt es sich auf jeden Fall für jeden, der noch nie auf einer Ausstellung des Briten war, vorbeizukommen. Die Frage, ob Street-Art kommerzialisiert werden darf, steht auf einem anderen Papier. Und darf natürlich diskutiert werden. Dann müsste man aber den kompletten Kunstbetrieb in Frage stellen.

Ach ja: Das kleine Büchlein, das ich damals gekauft hatte, ist mittlerweile 170 Euro wert und kaum mehr zu bekommen. Aus dieser Perspektive sind die 13 Euro pro Person für den Eintritt (Ermäßigt 10,50 Euro, Kinder 9,50 Euro) also schon in Ordnung.